Hostaria Amico – der Drink am Platz

Das Treiben auf der Piazza Provveditore hält sich in Grenzen, viel ist ja in Marano Lagunare meistens nicht los, schon gar nicht außerhalb der Saison. Hat man Pech, hat irgendein Bus oder ein Schiff eine Ladung hirnloser Touristen aus einem der Badedörfer weiter im Süden auf ihrer fakultativen Ausflugsfahrt herbei gekarrt – aber die sind zum Glück auch so schnell wieder weg, wie sie eingefallen sind.

Marano Lagunare Piazza Provveditori

Alsbald sieht es schon wieder recht leer aus. Dennoch kann man sich hier getrost auf einen Sprizz niederlassen, egal ob Aperol oder Cynar oder neuerdings der giftgrüne P31.

Hostaria Amico: Sprizz verde

Der genussfaktor höchstselbst bevorzugt aber einen klassischen trockenen Prosecco aus dem Valdobbiadene. Eiserne Regel: Sprizz gibt es nur vor dem Mittagessen. Der Nachmittag und Abend gehören seit jeher dem Prosecco.

Man sitzt allerdings nicht allzu gemütlich, geschuldet ist das den gestylten aber für ihren eigentlichen Zweck eher untauglichen Sitzmöbeln. Nichts, was die Hostaria Amico anderen Bars gegenüber benachteiligen würden, aber halt auch nicht zu langem Verweilen einladend.

Seinem Namen, der eine Urform der Osteria beinhaltet – noch enger angelehnt an das lateinische hospite als die moderne Form -, wird das Lokal aber insofern nicht gerecht, als es hier kaum was zu futtern gibt. Man ist auf Drinks spezialisiert, wenngleich es ums Eck einen besseren Sprizz Aperol gibt. Dafür hat man hier den ganzen Platz vor sich, auf dem sich immer mal wieder ausreichend was tut, damit einem nicht fad wird. Der Prosecco – ein weiterer Grund für den genussfaktor, sich doch immer wieder hier niederzulassen – ist aber untadelig.

Und der Blick den Turm hinauf hat auch was…

Marano Lagunare: Torre Millenaria

Nebenbei: die Torre Millenaria hat schon mehr als 1.000 Jahre auf den Steinen, von denen auch seither immer wieder welche eingemauert wurden, die wohl sonst verloren gegangen wären: in Marmor gehauene Inschriften, dazu Büsten von inzwischen in Vergessenheit geratenen Granden aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ob sich der Besuch des Museum im Turm lohn, kann der genussfaktor allerdings nicht sagen.

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